Netzwerkgeld

Was ist Netzwerkgeld?
Netzwerkgeld findet als Kommunikationsinstrument und Zahlungsmittel in einem lokalem, regionalem oder überregionalem Netzwerk Verwendung. Neben dem Staatsgeld wird es komplementär genutzt und ist mit Leistungszusagen, Waren oder Euro hinterlegt. Die rechtlichen Grundlagen finden sich als Kontokorrent im Handelsgesetzbuch, im EU-Zahlungsdiensterecht und in den Vereinbarungen der Netzwerker. Wir bieten hier die Plattform für die Nutzung von Netzwerkgeld.
Warum Netzwerkgeld?
Netzwerkgeld ermöglicht wirtschaften dort, wo Projekte und Umsätze mangels Liquidität nicht mehr zustande kommen. Da Staatsgeld ungleich verteilt und hierdurch zur Realisierung von Projekten und Aufrechterhaltung von Infrastruktur kaum erreichbar ist, werden Vorhaben ergänzend mit Netzwerkgeld finanziert. So kommt Netzwerkgeld u.a. zum Einsatz bei Investitionen, Lohnzahlungen, Veranstaltungsvorhaben, Einkäufen und bei der Kundenbindung.
Welche Effekte hat Netzwerkgeld?
Netzwerkgeld ist an das Netzwerk gebundenes Geld und kann so Umsatz und neue Kontakte bringen. Über den Marktplatz finden Sie Partner. Mit Krediten gibt es frische Liquidität. Mit Netzwerkgeld werden Geldkreisläufe initiert und dem Geldabfluss entgegen gewirkt. Zahlungsvorgänge sind über das Onlinebanking auf dieser Plattform oder unsere MobilApp leicht und schnell durchführbar. Die Kooperation von Projekten und Unternehmen in unserem Netzwerk führt zu Win/Win Situationen, die wechselseitige Unterstützung für alle Beteiligten schafft. Weitere Effekte von Netzwerkgeld werden im Video am Beispiel des Regionalgeldes vorgestellt.


Wer kann das Netzwerkgeld nutzen?
Jeder kann Netzwerkgeld akzeptieren und verwenden. Je mehr Verbraucher, Unternehmen, Vereine/Verbände oder Netzwerke sich beteiligen, desto schneller werden Erfolge spürbar. Einfach online oder per App anmelden.
Welche erfolgreichen Beispiele von Netzwerkgeld gibt es?
Das Managermagazin der Sparkasse schrieb, dass sich durch den Einsatz alternativer Zahlungsmittel auf lokaler Ebene die Konjunktur in Krisenzeiten wieder ankurbeln lässt. Die Beispiele: In Wörgl (Österreich) gelang es dem Gemeindrat und dem Bürgermeister Unterguggenberger während der Weltwirtschaftskrise Menschen in Beschäftigung zu bringen und ein Schwimmbad zu bauen, Straßen zu reparieren und Frieden herzustellen. In Schwanenkirchen (Deutschland) wurde ein stillgelegtes Bergwerk durch den EInsatz der Wära wieder eröffnet.
Die Menschen dort nutzen Netzwerkgeld und halfen sich mit einer gemeinsamen Akzeptanz des Geldes.

In der Schweiz gibt es eine Bank für Netzwerkgeld, die WIR Bank Genossenschaft. Seit über 85 Jahren werden dort Geschäftte neben dem Franken auch mit dem WIR gemacht. 30.000 Unternehmen akzetieren das Netzwerkgeld. "Der WIR verhilft den Teilnehmenden aus dem Kreis der KMU zu neuer Kundschaft, zu mehr Umsatz und einem höheren Ertrag. Damit leistet die WIR Bank Genossenschaft einen aktiven Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg der Schweizer KMU. Das WIR-System ist gelebte Solidarität, denn die Teilnehmenden berücksichtigen sich bei ihren Geschäften gegenseitig. Das Geld bleibt im Land und stärkt den Wirtschaftsstandort Schweiz."

In Halle/Saale (Sachsen-Anhalt) wurde 1992 durch das Team um Pastor Helmut Becker vom evengelischem Jugendbildungszentrum "Villa Jülich" soziale und kulturelle Aktivitäten sowie Nachbarschaftshilfe mit den Dölauer Mitarbeiterkredite (DöMaK) wechselseitig quittiert. 50 Mitglieder setzen in drei Jahren ca. 50.000 DöMaK um. Dafür gab es 1997 die Theodor-Heuss-Medaille.

In Gommern (Sachsen-Anhalt) gab es in 12 Jahren insgesamt 46 Tauschmärkte auf denen mit Praktaten gezahlt wurde. Mit einem Praktatenkredit wurde eine ökologische Gebäudesanierung und Teilneubau durchgeführt. Von den Kreditnehmern wurden Märkte organisiert, auf denen gehandelt wurde. Im Ergebnis wurden neue Strategien für den Euro-Markt erprobt, eine Vielzahl von sozialen Kontakten geknüpft und der Kredit wurde zurückgeführt.

Der UrstromTaler in Sachsen-Anhalt half u.a. bei der Neugründung der Gärtnerei Midgard in Quedlinburg. Die Gärtnerei erhielt einen zinsfreien Kredit, zahlte ihre Mitarbeiter mit Netzwerkgeld. Die Mitarbeiter konnten in 2 BIO-Läden in der Stadt ihren Einkauf bezahlen und die BIO-Ladner kauften dann das frische Gemüse bei der Gärtnerei Midgrad vor Ort. Der Geldkreislauf schloß sich. Die Gärtnerei konnte den Kredit zurückzahlen und wurde ein geachteter Demeter-Produzent.

Seit 15 Jahren zirkuliert im Chiemgau das Euro-hinterlegte Netzwerkgeld "Chiemgauer". Dem Euro werden mit dem Chiemgauer andere Eigenschaften gegeben. Das Geld wird regional gebunden und generiert eine Förderung für soziale und kulturelle Vereine und Projekte. 3.459 Verbraucher sind mit 490 Unternehmen und 270 Verein im Geschäft. Für Kleinst- und Kleinunternehmen gibt es Mikrokredite und für Vereine und Projekte wird eine vom Umsatzverhalten der Verbraucher abhängige Förderung ausgeschüttet. Einige der Geförderten sagten, dass es ohne die Förderung vom Chiemgauer, das geförderte Projekt nicht geben würde. Insgesamt ging eine halbe Million Chiemgauer an Vereine und Projekte.

Ein weiteres Beispiel für ein Netzwerkgeld in Europa ist der Sardex.